Future of Retail

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Kassenzonen der Zukunft

Eine neue Generation der bedienten Kassen und Self-Checkout-Systeme bieten einen perfekten Abschluss des Einkauferlebnisses

07.02.2017

Unendliche Geschichte – Das Warten an der Supermarktkasse

Ausblick: Der Kunde betritt den Supermarkt. Zuhause hat er seine Einkaufsliste in die App des spezifischen Retailers eingepflegt. Deren Indoor-Navigation weist ihm die schnellstmögliche Route. Gleichzeitig erhält er attraktive Angebote per App und sein Weg führt ihn vorbei an den anregenden Genussinseln der Frischeabteilung. Hat er Fragen zu Produkten, berät ihn das kompetente Personal ohne Zeitdruck. Aus der Pflichterfüllung Einkauf wird ein exklusives Erlebnis, aus dem Kunden ein Gast. Begeistert von der Atmosphäre schreitet er zur Kasse und – muss warten. Am Ende scheinbar endloser Schlangen vor zu wenigen geöffneten Kassen ist der gute Eindruck schnell verflogen. Daher muss das Einkaufen der Zukunft konsequent ganzheitlich gedacht werden, wobei die Kassenzone als „Nadelöhr“ eine entscheidende Rolle einnimmt. Zwei Ansätze können diesen Bereich für Kunden attraktiver machen und dessen Bedürfnisse erfüllen. Einerseits kann die Wartezeit angenehmer gestaltet und andererseits der Bezahlvorgang modernisiert werden.       

 

Das Beste kommt zum Schluss – Wartezeit als erlebte Zeit

Kunden sollen sich willkommen fühlen, den Einkauf als emotionales Erlebnis wahrnehmen und sich letztlich mit „ihrem“ Supermarkt identifizieren. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sich die positiv erlebte Zeit im Kernmarkt auch im Kassenbereich spiegeln. Modernes Design, attraktive Darbietung von Impulsware, angenehme Lichtführung, Geräuschkulissen und Geruchswelten spielen dabei ebenso eine Rolle wie ein Plus an Service für die wartenden Kunden. Konkret bedeutet das, Aktionswaren im Vorfeld der Kassen optisch ansprechend zu präsentieren. Individuell gestaltete und flexible Präsentationsflächen bieten zusätzliche Kaufimpulse und damit mehr Umsatzpotential für den Einzelhandel. Aber auch die Kassentheke besitzt zahlreiche Optimierungsmöglichkeiten in der Wareninszenierung und im Abverkauf: von der platzsparend konzipierten Smokythek, über voll integrierte Regale, bis zum Angebot gekühlter und warmer Produkte, die noch während des Wartens konsumiert werden können. Der Kunde der Zukunft wird an der Kasse einen leckeren Kaffee schlürfen oder seine gut gekühlte Coke genießen, herzhaft in ein lauwarmes Croissant beißen oder ein frisches Eis löffeln und so die Wartezeit als Komfortzeit erleben. Und nicht nur das, sondern frei zugängliches WLAN ermöglicht ihm das Surfen im Internet und übersichtliche Displays versorgen ihn mit topaktuellen Nachrichten, wichtigen Produktinformationen oder zukünftigen Aktionen seines Supermarktes. Zum Bezahlkomfort gehört ebenso eine Erleichterung beim Auflegen der Waren auf das Kassenband, beispielsweise durch eine Einhängemöglichkeit des Warenkorbs am Anfang der Kassentheke. Ablageflächen für Taschen oder Einkaufskörbe entlasten den Gast.

 

Zeit ist die neue Währung – Optimiertes Kassenmanagement

Der technische Fortschritt beeinflusst zunehmend den generellen Zweck einer Kassenzone, den Bezahlvorgang. Zurzeit überwiegt in Deutschland das Format der bedienten Kasse, aber immer mehr stationäre Händler bieten bereits ergänzend sogenannte Self-Checkout-Systeme an. Variabilität ist gefragt, denn unterschiedliches Einkaufsverhalten und ortsabhängige Marktgegebenheiten erfordern individuelle Kassenkonfigurationen. Für den modernen Händler bedeutet das, seine traditionellen, personalisierten Kassen up-to-date zu halten und neuen Modifizierungen gegenüber aufgeschlossen zu sein.

 

Eine neue Generation der bedienten Kasse

Ein wichtiger Ansatzpunkt in der Organisation bedienter Kassen sind Kassenleitsysteme. Innovative Lösungen, beispielsweise der Wanzl Checkout-Manager LAN, greifen an diesem Punkt an. Die intuitive Bedienung und Kompatibilität mit Wanzl Connect ermöglichen Marktleitung, Kassenaufsicht und -personal eine spielend einfache Verwaltung von bis zu 80 Kassenarbeitsplätzen. Bestmöglich organisierte Kassen sparen dem Kunden Zeit und bedeuten für den Händler optimalen Kundendurchsatz bei optimalem Personaleinsatz. Ein weiterer Mehrwert für Kunden sind neue Bezahlmöglichkeiten. Aktuell können Kunden meistens nur zwischen Bargeld oder Kartenzahlung wählen, doch ein dritter Bezahlvorgang ist seit dem rasanten Aufstieg des Smartphones in der Warteschleife: das Mobile-Payment. Die Zukunftsvision lautet, Smartphone zücken und bezahlen, ohne Bargeld oder Karte. Eine Autorisierung der Transaktion erfolgt über NFC (Near Field Communication) oder per App in Verbindung mit PIN-/TAN-Eingaben oder gescannten QR-Codes, gängige Zahlungsarten sind Lastschrifteinzug, Prepaid oder Paypal. Große Einzelhandelsunternehmen bieten diesen Bezahlservice bereits an, doch der Markt der Dienstanbieter ist unübersichtlich und ständigen Veränderungen unterworfen, sodass sich einheitliche technologischen Standards bislang nicht etablieren konnten. Diese Unsicherheit und eine grundsätzliche Skepsis gegenüber digitalisierter  Systeme schrecken deutsche Kunden noch ab.

 

Self-Checkout-Systeme bieten zusätzlichen Uptrade

Sogenannte Self-Checkout-Systeme als Alternative zu bedienten Kassen sind derzeit im deutschen Einzelhandel eher selten im Einsatz. Grundsätzlich gibt es zwei Systeme, den stationären Self-Checkout und das mobile Self-Scanning. Bei Ersterem sammelt der Kunde die Waren wie gewohnt, scannt diese aber in der Self-Checkout-Zone selbständig und bezahlt seine Einkäufe an einem Bezahlautomaten per Karte oder sofern möglich bar. Hier wählt der Kunde also spontan vor der Kassenzone, wie bzw. wo er bezahlen möchte, an einer bedienten oder einer Selbstbedienungskasse. Für das mobile Self-Scanning muss sich der Kunde dagegen bereits beim Betreten des Supermarkts entscheiden, da er seine gewünschten Artikel eigenständig während seines Einkaufs scannt. Dies geschieht in der Regel per Handscanner, der am Eingang des Marktes bereitgestellt wird. Die Ausgabe des Lesegeräts erfolgt meist erst nach einer Registrierung und der Angabe persönlicher Daten. Die gesammelten Artikelinformationen werden am Ende in das Kassensystem übertragen, der Kunde zahlt entweder an einem Automaten, einer regulären oder einer Extrakasse. Im Bereich des mobilen Self-Scanning bietet Wanzl Customer Connect einen besonderen Uptrade. Der Kunde scannt mit Hilfe seines eigenen Smartphones die Waren und ist somit unabhängig von verfügbaren Handscannern. Im Private-Self-Checkout wird dann der Bezahlvorgang durch die Generierung eines QR-Codes verifiziert. Dadurch erhält der Kunde die Bestätigung des erfolgreichen Bezahlens. Zudem ermöglicht erst der QR-Code das Verlassen des Verkaufsraums, da dieser am ExitGate geprüft wird, bevor es sich öffnet. So hat auch der Händler die Gewissheit, dass die Rechnung beglichen wurde. Der zentrale Vorteil der Self-Checkout-Systeme für Kunden liegt in der Zeitersparnis. Mehrfaches Umpacken der Ware entfällt, Wartezeiten an herkömmlichen Kassen können vermieden und Kassierprozesse beschleunigt werden. Entsprechend entscheiden sich Kunden für Self-Checkout-Systeme in Hinblick auf mögliche Warteschlangen und den Umfang ihres Einkaufs. Daher lohnt sich die Einführung von Self-Checkout-Zonen vor allem für Läden mit hoher Kundenfrequentierung sowie großen Einkaufskörben oder um zu Stoßzeiten die regulären Kassen zu entlasten.

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