Future of Retail

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Datenakquise im stationären Handel

Einsatz digitaler Techniken zur Optimierung des Einkaufsprozesses

07.02.2017

„Daten sind die Rohstoffe des 21. Jahrhunderts.“

Mit diesem Zitat sendete Bundeskanzlerin Angela Merkel im Vorfeld der Cebit 2016 ein deutliches Signal an deutsche Unternehmen, auf dem zukunftsweisenden Feld der Datenverarbeitung nicht den Anschluss zu verlieren. Eine Tatsache, die sich nicht leugnen lässt. Kommunizieren, informieren, transferieren – im digitalen Zeitalter läuft ein Großteil des Alltags über hochtechnologische Kanäle, allen voran das  World Wide Web, ab. Dabei werden gigantische Mengen an Informationen produziert, denn die Digitalisierung des Lebens ist der bestimmende Faktor weltweit, für Privatpersonen wie Geschäftsleute. So ergeben sich branchenübergreifend durch die gezielte Analyse gesammelter Informationen mit Hilfe von hochmodernen Softwarealgorithmen neue Chancen, insbesondere auch für den Einzelhandel.

 

Smarte Verkaufsflächen – Planungssicherheit in allen Bereichen

Die Kundenbedürfnisse als Orientierungsmaßstab stets im Blick, ist die Nutzung von Verbraucherdaten für den stationären Handel wichtiger Ausgangspunkt einer Prozessoptimierung. Je mehr Informationen ihm über seinen Kunden zur Verfügung stehen, umso individueller kann er auf dessen Wünsche eingehen. Die Datenakquise liefert beispielsweise verlässliche Angaben, wie beliebt ein Artikel in der Verbrauchergunst ist, und ermöglicht so eine verbesserte Koordination von Warenein- und -ausgängen. Dazu werden unter anderem Produkte und Einkaufswagen innerhalb eines nicht personalisierten, digitalen Erfassungssystems integriert. So können Laufwege der Kunden nachvollzogen und entsprechend optimiert werden. Auch die Aufenthaltsdauer vor einem Produkt kann interessante Aufschlüsse geben. Verweilt der Kunde lange vor einer bestimmten Warengruppe, kauft davon anschließend aber nichts, kann dies ein Hinweis auf falsche Produktplatzierung oder -positionierung sein.

Des Weiteren eröffnen Informationen über die Frequentierung des Marktes neue Möglichkeiten bei der Planung des Personaleinsatzes. Wird per Datenanalyse beispielsweise zu bestimmten Zeiten eine besonders hohe Auslastung festgestellt, kann der Händler für diese Zeitfenster mehr Servicepersonal berücksichtigen – ein Plus in punkto Kundenfreundlichkeit.

 

Vernetztes Offline-Shopping – Individuelle Ausrichtung und Angebote    

Auf Grund des Internets sind Kunden heute deutlich besser informiert als früher. Wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers belegt, prüfen mittlerweile 64 Prozent der Käufer Angebote bereits vor dem Betreten eines Ladens. Im Zeitalter der Omni-Channel-Welt holt der Verbraucher selbst während des Einkaufs im Markt Erkundigungen über Preise von Mitbewerbern ein. In diesem Kontext kann die gezielte Sammlung und Analyse seiner digitalen Daten zum Vorteil für den Kunden nutzbar gemacht werden. Kennt der Händler dessen individuelle Präferenzen, kann das Angebot entsprechend maßgeschneidert ausgerichtet werden.

Mit Hilfe von Applikationen, die sich der Kunde auf sein Smartphone herunterlädt, besteht die Möglichkeit, seine Daten mit dem System des Supermarktes abzugleichen und ähnliche Rückschlüsse wie bei der digitalen Erfassung von Waren sowie Einkaufswagen zu ziehen. Vorlieben wie beispielsweise Laufwege innerhalb der Filiale oder bevorzugte Marken können für die strategische Ladenausrichtung berücksichtigt werden. Die Anordnung der Waren lässt sich also noch individueller auf den Kundengeschmack zuschneiden, indem beliebte Artikel durch die Einrichtung von speziellen Aktionsflächen oder in Form von Rabattaktionen passgenau präsentiert werden. Für den Konsumenten bedeutet die so erzielte Optimierung der Marktabläufe also nicht nur eine Zeit-, sondern auch eine Geldersparnis.

Doch wie kann der Marktbesucher sicher sein, dass seine Informationen geschützt sind? Im digitalen Zeitalter muss der stationäre Handel durch einen verantwortungsbewussten Umgang mit Daten als wichtigstem Rohstoff der Zukunft überzeugen und diesen durch modernste Sicherheitstechnologien und klar definierte ethische Richtlinien glaubhaft untermauern.

 

Gesteigertes Einkaufserlebnis dank umfassender Digitalisierung  

Damit der Spagat zwischen Kundenorientierung und Datensicherheit gelingt, sind integrierte Lösungen gefragt. Der Kunde muss darauf vertrauen können, dass die Sammlung und Verarbeitung seiner digitalen Informationen ausschließlich dazu dient, sein persönliches Einkaufserlebnis zu optimieren und angenehmer zu gestalten. Eine Antwort, wohin die digitale Reise durch den Laden geht, gibt Wanzl Connect als zentrales, modulares System, mit dem alle Prozesse im Markt gesteuert und die Abläufe in der Filiale verbessert werden können.

Elementarer Baustein der softwarebasierten Anwendung ist der sogenannte Smart Trolley, der beim Einkaufswagen oder Handkorb als ständigem Begleiter des Kunden ansetzt. Ausgerüstet mit der RFID-Technologie (RFID = radio-frequency identification), liefert dieser dem Händler exakte Zahlen, um den Markt optimal auszusteuern. Wanzl Customer Connect ist ein weiterer Software-Baustein, der in bereits vorhandene Retail-Apps integriert werden kann und mit dem sich zudem kundenspezifische Erkenntnisse gewinnen lassen. So können beispielsweise vorab gespeicherte Einkaufslisten auf dem mobilen Endgerät des Marktbesuchers mit Hilfe der Technologie vernetzt werden. Zum vollendeten Erlebnis wird der Besuch im Supermarkt, wenn der digitale Einkaufszettel anhand einer Indoor-Navigation abgeglichen wird: Kürzeste Laufwege sorgen auf diese Weise für eine perfekte Zeitersparnis. Eine zusätzliche Bereicherung ist die Nutzung des Systems im Bereich der Kundenbindung, die es beispielsweise ermöglicht, personalisierte Coupons oder Werbefilme im Markt als Kaufanreiz abzusetzen.  

Dabei hat die Sicherheit der Informationen oberste Priorität. Durch die Kooperation mit Microsoft Azure, einer der am besten zertifizierten Clouds am Markt, gewährleistet Wanzl höchsten Datenschutz. Dafür sorgen modernste Verschlüsselungstechnologien und die strikte Beschränkung der Rechte von Microsoft auf Verwaltungsprozesse, ohne jegliche, sonstige Ansprüche auf Kundendaten.         

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